I ♥ NY

Diesmal gibt es keinen ausführlichen Reisebericht, eigentlich wollte ich ganz darauf verzichten, aber nachdem wir heute den 10. Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center begehen, wird dies eine kleine Hommage in Bildern. An mein persönliches New York – „the greatest city in the world“ wie David Letterman kurz nach den Anschlägen bewegt feststellte.

Ich kann ihm nur voll und ganz zustimmen.

I wasn’t going to write another travel report this time around. But since we’re commemorating the attacks on the World Trade Center, 10 years ago today, I decided to publish an hommage to my New York. The city, which is, as David Letterman asserts in his moving speech shortly after the attacks, „the greatest city in the world„.

I couldn’t agree more.

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Susanne, 11. September 2011

Bonne Dégustation – oder die vergessene Kunst des Nichtstuns

In Anbetracht der Tatsache, dass sich in den Wintermonaten im Raum Wien oft wochenlang keine Sonne zeigt und aufgrund der persönlichen Disposition, die Abwesenheit eines Meeres im eigenen Land nur schwer ertragen zu können, war es mir vor kurzem de facto unmöglich eine Reise in den Süden noch länger aufzuschieben.

Die Meeres- und Sonnensehnsuchtssymptomatik war mir natürlich bekannt, gleichermaßen wusste ich, dass das Surfen auf diversen Destinations- und Airlinewebseiten absolut nichts zur Linderung beiträgt, im Gegenteil der Finger auf der Maus saß bereits locker, als ich mit einem Blick auf die Wetterkarte von Südfrankreich jede Hemmung verlor und kurzerhand einen Flug nach Nizza buchte, zwei Minuten später ein Hotelzimmer im angrenzenden Villefranche Sur Mer auf meinen Namen reservierte.

Der kleine Ort, der nur wenige Kilometer östlich von Nizza liegt, hatte bereits vergangenen Sommer meine Aufmerksamkeit geweckt, herrliches Wetter und ausgezeichnetes Service am Strand haben es mir damals jedoch verunmöglicht die kurze Distanz dorthin zurückzulegen, um mir ein Bild davon zu machen.

Da ich es aber generell so halte, dass ich neben der Grundregel einmal im Jahr wohin zu fahren, wo ich noch niemals zuvor im Leben war (Copyright Dalai Lama), gerne auch sehr spontan aufbreche, um dem alltäglichen Trott zu entkommen, selbst wenn es sich bloß um ein paar Tage handelt, hatte ich vergangenes Jahr kein Problem damit, Villefranche einfach links liegen zu lassen, denn ich wusste, es würde auch beim nächsten Besuch noch da sein.

Da es mir die südfranzösische Küste nun besonders angetan hat und nachdem man dort vor einigen Wochen bereits Sonnenschein und 15 Grad Celsius meldete, die Flugpreise akzeptabel und Hotelzimmer aufgrund der Jahreszeit mit Sonderpreisen ausgestattet waren, traf sich die Entscheidung wieder dorthin zu fahren quasi von selbst. Diesmal eben direkt nach Villefranche.

In Nizza gelandet – die Wahl des Frühfluges war in dem Fall die Richtige – stellte sich beim Warten auf den Bus sogleich die übliche, durch den Anblick der palmengesäumten Küste und das einzigartige salzigfeuchte Klima ausgelöste, innere Ruhe ein, die in nahezu ekstatische Freude umschlug, als ich sogleich einen Bus ins Stadtzentrum vorfand, und nicht wie letztes Mal aufgrund der französischen Streikfreude stundenlang warten musste.

Die Verbindung nach Villefranche ist übrigens hervorragend, beim Busbahnhof im Stadtzentrum steigt man einmal um – die freundliche Buschauffeurin brachte den Anschlussbus durch Hupen dazu, auf mich zu warten (ein Wunder?!), knappe 15 Minuten später stieg ich in Villefranche aus, rollte meinen Koffer den recht steilen Abhang durch die hübsche Altstadt zum Hafen und stand wieder einige Minuten später vor dem schönsten Hotel in Villefranche, wo sich durch meine hervorragende Planung für die nächsten Tage mein Hotelzimmer befand.

Schwer war die Wahl nicht gewesen, schließlich ist es das einzige Hotel am Hafen, direkt am Meer und es genießt auch einen entsprechenden Ruf. Seit Jahrzehnten geben sich dort diverse Berühmtheiten die Türklinke in die Hand, Jean Cocteau hat immer wieder dort gewohnt, die üblichen Verdächtigen aus der Kunstszene Mitte des 20. Jahrhunderts (Picasso, Chagall und Co.) trieben sich ebenfalls gern in der Gegend herum. Warum, versteht man spätestens, wenn man am Zimmerbalkon steht, auf den kleinen alten Hafen, die dort schaukelnden Boote und die dahinter liegende Bucht blickt.

Womit ich zum auch zum angekündigten Thema dieses Eintrages komme, nämlich der vergessenen Kunst des Nichtstuns. Ich bin seit Kindheitstagen geübte Meisterin in dieser Disziplin, die in Zeiten von Smartphones und Co., Dauerverbundenheit mit dem Web und Ähnlichem von einer scheinbar immer kleiner werdenden Zahl von Menschen beherrscht wird.

Wer sich darin üben möchte, der ist am besten beraten ans Meer zu fahren. Dort nämlich ist auch mir wieder klar geworden, warum ich eine unheilbare innere Sucht danach in mir trage, weshalb ich einige Monate des Wegseins kaum aushalte und wieso ich beim ersten Anblick des Wassers in eine fast meditationsgleiche Ruhe verfalle. Es ist wie ein Wunder, aber das Sitzen am Meer, das rhythmische Rauschen oder Plätschern, Brausen oder Tosen, je nachdem, wo man sich befindet, das Glitzern und die Reflexionen der Sonne auf der Wasseroberfläche, bewirken ein sofortiges sich Leeren des Kopfes.

Innerhalb von Sekundenbruchteilen stellt sich eine Freiheit von Gedanken, eine Gedankenlosigkeit im besten Sinne ein, was einen noch vor kurzem nicht losließ, oder ständig wiederkehrte, wird im wahrsten Sinne des Wortes weggespült. Einzelne Gedankenfetzen bleiben zwar präsent, aber sie werden leicht und ziehen dahin, wie die Wolken am Himmel.

So lassen sich Stunden damit verbringen, irgendwo in einem Café mit einem Glas Rosé zu sitze, am Hotelbalkon, oder wenn man so wie ich das große Glück hat, Mitte Februar auf frühlingshaftes Wetter zu treffen, mit den Füßen im feinen Kieselstrand vergraben, vor sich hindösend am Strand.

Für alle die keine großen Prokrastinationsexperten sind, bietet Villefranche natürlich auch Geschichte, samt einer wunderschönen Altstadt, die sich an die südfranzösische Steilküste schmiegt, so kann man bei schönem Wetter auch spazierend seinen Gedanken freien Lauf lassen. Kann die von Jean Cocteau bemalte Chapelle Saint-Pierre (direkt gegenüber vom Hotel) besuchen, die im Ort befindliche Église Saint-Michel, oder durch die Rue Obscure (dunkle Gasse) wandeln.

Eine Zitadelle gibt es, die eine herrliche Gartenanlage und ein Gratismuseum, mit sehr an die Skulpturen Modiglianis erinnernden Arbeiten eines Künstlers Namens Antoniucci Volti beherbergt.

Auf einem befestigten Steinpfad entlang der Küste kann man unterhalb der Zitadelle bis zum neuen Hafen spazieren, die Möglichkeiten die Wege durch den Ort zu variieren sind nahezu unendlich, so lässt sich auch in einer Kleinstadt wie Villefranche herrlich die Zeit vertreiben.

All jene, die mit dem im Februar spärlich besuchten Ort und dem Überangebot an Ruhe nicht zurechtkommen – mit dem Bus ist man zum wohlfeilen Preis von 1 Euro in weniger als einer Viertelstunde in Nizza.

Am dortigen Marché aux Fleurs herrscht auch in den Wintermonaten reges Treiben, ja, als ich dort vorbeischaute – ich hatte seit dem letzten Aufenthalt besuchstechnisch sozusagen noch eine Rechnung namens „Nietzsche Terrasse“ offen, welche mit einem ausgedehnten Spaziergang am Colline de Cheateau, auf dem sich diese vom deutschen Philosophen frequentierte Aussichtsplattform befindet, endlich beglichen wurde – waren sämtliche Restaurants am Platz so vollgestopft mit Leuten, dass ich nach einem kleinen Imbiss, sofort wieder nach Villefranche zurückkehrte und froh war wieder meine Ruhe zu haben.

Trotz des Trubels ist man aber auch in Nizza zu Touristen freundlich, eine für den Hotelbalkon angedachte flüssige Kontemplationsunterstützung namens Côtes de Provence wurde mir mit den freundlichen Worten: „Bonne Dégustation“ (Gute Verkostung) überreicht, bei der Rückkreise zum Flughafen bot mir ein im Bus stehender zweiter Chauffeur scherzhaft an, er würde dem eben abfahrenden Flughafenbus nachlaufen, wenn ich es eilig hätte.

So rinnen bei einer derartigen Reise die wenigen Tage dahin und ehe man sich versieht, sitzt man wieder im Flugzeug und befindet sich auf der Heimreise. Trotz allem aber kommt man verändert nach Hause, der graue Himmel ist weniger bedrückend, die Wintertemperaturen leichter erträglich, nicht weil man das eben verlassene Meer nicht bereits wieder ganz schmerzlich vermisst, sondern weil die Freiheit von den, an der Küste zurückgelassenen, aus dem Kopf gespülten schwermütigen Gedanken, das Dasein so sehr erleichtern, dass es sich bis zur nächsten Reise spielend aushalten lässt.

Hilfreiche Informationen:

Anreise: Austrian Airlines fliegen direkt von Wien nach Nizza und bieten immer wieder günstige Aktionspreise an. Vom Flughafen fährt man mit dem Bus Nr. 98 bis zum Busbahnhof (Gare routière), dort steigt man um auf die Nr. 81, die Haltestelle in Villefranche heißt „Octroi“. Tagestickets für das Bussystem kosten 4 Euro, zwischen Villefranche und Nizza hat man mit den Linien 81 und 100 eine regelmäßige Verbindung. Eine einfache Fahrt kostet 1 Euro.

Unterkunft: Kein anderes Hotel in Villefranche ist besser gelegen als das Hotel Welcome. In den Nebensaisonen lassen sich bei kurzfristiger Buchung Rabatte bis zu -30% finden. Buchung am besten direkt über das Hotel, welches, für alle Fälle, über gratis WLan verfügt. Das Hotel ist absolut empfehlenswert, große Zimmer mit Balkonen, sehr sauber, das schönste Bad, das ich je in einem Hotel gesehen habe, samt ausnehmend höflichem und hilfsbereitem Personal.

Essen: Bei der Hotelbuchung sollte man darauf verzichten das Frühstück mitzubestellen, man sollte sich je nach Wetter vor Ort entscheiden. Am Platz hinter dem Hotel bietet sich mit LesPalmiers z.B. eine nette und sehr gute Essgelegenheit für alle Tageszeiten, mit Blick auf die Cocteau-Kapelle und das Meer dahinter. Auch an der Strandpromenade kann man bei gutem Wetter sehr gut frühstücken, das Hotel selbst hat einen für kühlere Temperaturen bestens geeigneten Wintergarten, der ebenfalls einen Blick aufs Meer, allerdings in geschützter Atmosphäre erlaubt. Das Hotelfrühstück ist zumindest in der einfachen Variante á 7 Euro empfehlenswert. Herausragende Küche habe ich bei meinem Aufenthalt keine vorgefunden, habe jedoch in allen gewählten Restaurants gut gegessen. Persönlicher Favorit war das LesPalmiers, weil es am wohl schönsten Platz in Villefranche liegt und bestens geeignet ist zum Leutebeobachten oder Nichtstun. Die Restaurants an der Strandpromenade haben teilweise unnötig hohe Preise, ein Blick in die Karte empfiehlt sich bevor man z.B. unachtsam ein Glas Wein für 7 Euro bestellt…

Mehr Informationen über Villefranche finden sich auf der offiziellen Tourismusseite (engl.) oder z.B. auf Wikipedia.

Susanne, 12. März 2011

Teşekkür ederim – oder die Schwierigkeit für das Türkische passende Eselsbrücken zu finden

Kurz vor dem Aufbruch nach Istanbul hatte ich mich mit einer Freundin darüber unterhalten, dass dies die weiteste Reise in den Osten sein würde, die ich je unternommen habe. Zur Untermauerung meiner These meinte ich, dass ich bis dato nicht weiter östlich als Prag gewesen wäre, woraufhin Freundin N. vernünftigerweise einwandte, dass Wien östlicher liege als Prag und mir somit auch gleich aufzeigte, dass die Grenzen zwischen Ost und West eher im Kopf verortet sind, als auf der Landkarte.

Zum Glück fiel mir dann noch ein, dass ich mit Tallin doch noch weiter östlich auf dem Globus gereist war, als nach Wien, was schließlich auch belanglos war, da die Reise in die Türkei ohnehin vor der Tür stand und mein kosmopolitisches Ego nicht länger unter der reisetechnischen Kränkung leiden musste, es noch nicht besonders weit in den Osten geschafft zu haben.

Gemeinsam mit einer Gruppe von Twitteranten und Bloggern ging es vergangenen Mittwoch schließlich los, am frühen Nachmittag traf man im Hotel in der Altstadt Istanbuls ein, für die nächsten zwei Tage war katastrophales Schlechtwetter angesagt.

Nichtsdestotrotz wurde bei leichtem Nieselregen gleich eine Tour in die Altstadt gestartet und nach dem ersten obligaten türkischen Kaffee landete man im Großen Bazar, der dermaßen unübersichtlich war, dass wir nach ziellosem Bummel durch die, in der überdachten Anlage kreuz und quer laufenden Geschäftsgassen, nach dem Weg fragen mussten, um mit möglichst wenig Umweg in Richtung Hafen bzw. Eminönü zu gelangen, wo das erste gemeinsame Abendessen im Restaurant Hamdi reserviert war.

Man wendet sich also an einen der Händler und, wie sich in den nächsten Tagen herausstellt, haben nicht wenige darunter Zeit in Österreich oder Deutschland verbracht, der gefragte junge Mann outete sich mit passendem Akzent als kurzfristiger Einwohner von Bayern, schickte uns in die richtige Richtung und verabschiedete sich stimmungsvoll mit „Pfiat’di“.


Von diesen immer wieder gehörten deutschsprachigen Einsprengseln abgesehen, gestaltete sich die Anneignung von zumindest einigen wichtigen türkischen Floskeln als ziemliche Herausforderung. Zum Einen, weil die Sprache so gut wie keine Möglichkeit bot, sich mit irgendwelchen Lateinkenntnissen an Wortstämmen oder -wurzeln zu orientieren, zum anderen weil durch diese völlige Fremdartigkeit auch die Einprägung selbst kurzer Worte nahezu unmöglich war.

Darüber hinaus boten sich wenig Möglichkeiten für Eselsbrücken und wenn, dann hatten sie nicht den gewünschten Effekt, sondern erwiesen sich eher als Hemmnis. Als Beispiel dafür seien die zwei Bedeutungen von „Danke“ angeführt. Nummer Eins schreibt sich sağol wird aber so ähnlich wie „Sau“ ausgesprochen, Nummer zwei heißt teşekkür ederim, wobei der erste Teil der Phrase ähnlich klingt wie die wenig charmante Wiener Bezeichnung „Teschek“. Man will sich also bedanken, hat aber bloß Assoziationen zu Beleidigungen im Kopf. Nicht wirklich förderlich für die Anbahnung von Kommunikation.

Als Ausgleich dafür sei die dumm-rassistische FPÖ Kampagne gegen die türkische Beschriftung von Milchpackungen erwähnt, ich kann nämlich diesbezüglich über den ersten positiven Lerneffekt hetzerischer Propaganda berichten. Ich wusste bereits vor meinem ersten Aufenthalt in der Türkei, dass Milch dort Süt heißt. Haha!

Auf dem Weg zum Hafen nahmen wir gleich auch noch den um einiges sympathischeren Gewürzbazar mit, wobei sich der Sympathiefaktor nicht bloß auf die Nützlichkeit der feilgebotenen Waren (Gewürze, Süßigkeiten, Tee u.Ä.) bezog – im großen Bazar findet sich meines Erachtens nach hauptsächlich Ramsch in allen möglichen Ausgestaltungen, die Besichtigung lohnt sich auch nur um des Besichtigens einer Touristenattraktion Willen – auch die, wie soll ich sagen, interkulturelle Kommunikation gestaltete sich in letzterem um einiges schwieriger. Dabei ist zwar der Faktor miteinzurechnen, dass ich ohne männliche Begleitung unterwegs war, aber die „Zuwendung“ der diversen Verkäufer an den Ständen nahm mitunter kastrationsfantasienauslösende Qualitäten an, welche nur durch große zen-buddhistische Anstrengungen und mantraartige mit Dauerlächeln versehene „No thank you“ Entgegnungen meinerseits in Zaum zu halten waren. Überbordende Aufdringlichkeit wurde aber auch von männerbegleiteten Reisekolleginnen berichtet.

Trotz dieser leicht irritierenden, nennen wir sie Kommunikationsschwierigkeiten, zwischen den Geschlechtern, war der erste Eindruck von Istanbul ein durch und durch positiver. Die Stadt präsentiert sich als typische Großstadt, mit einer bunten Mischung aus Einheimischen und Besuchern und wer, so wie ich, gern in Großstädten ist, der fühlt sich auch in Istanbul auf Anhieb wohl.

Erwähnenswert sind die kulinarischen Köstlichkeiten, die man dort vorgesetzt bekommt und die unsere Gruppe in nicht bescheidenem Ausmaß auch konsumiert hat. Die türkische Spezialvariante des Essengehens bedeutet ein Dauerauftragen diversester großartig schmeckender Vor- Haupt- und Nachspeisen, das mitunter bedenkliche Ausmaße annimmt, vor allem wenn man sich bereits an den Vorspeisen satt gegessen hat, die nachfolgenden Speisen aber ebenso appetitlich aussehen, dass man sich aus Angst etwas zu versäumen, trotzdem nötigt zumindest noch einen Bissen zu kosten.

Was die touristische Erkundung der Stadt betrifft, so kann man rund um die Altstadt, über die Galata-Brücke bis ins Beyoğlu -Viertel das Meiste zu Fuß erledigen. Das ist auch die beste Variante, es sei denn, es gibt wie am vergangenen Donnerstag der Fall, sintflutartige Regenfälle.

Das meiste vom touristischen Programm habe ich an dem Tag auch absolviert – Hagia Sophia, Blaue Moschee (eigentlich Sultanahmed Moschee), Zisterne – bis ich vor dem Besuch des Topkapi-Palastes w.o. gab, weil ich nicht nur völlig durchnässt, sondern auch etwas unterkühlt war. Topkapi musste warten, dafür gab es eine warme Dusche bevor es später am Nachmittag doch noch einmal nach draußen ging.

Dort regnete es immer noch in Strömen und ich fühlte mich durch die sturzbachartigen Wassermassen, die über die Straßen Istanbuls flossen kurzfristig an Passagen aus Schillers Bürgschaft erinnert, das Gute daran war aber der kurzfristige Entschluss am nächsten Tag einen klassischen Hammam aufzusuchen, schließlich war die Wettervorhersage ähnlich dem Donnerstag und als Saunafreundin konnte ich mir dieses Erlebnis kaum entgehen lassen. Der Zufall wollte es zudem, dass wir beim Spaziergang durch den Regen auf einen überaus einladenden Hammamkandidaten gestoßen waren.

Der nächste Tag war dann doch etwas freundlicher und gestattete einen Spaziergang über die Galatabrücke und nachfolgende Erkundung des Beyoğlu-Viertels, samt durch das Vorhandensein eines Liftes erleichterte „Erklimmung“ des Galata-Turms, welcher eine hervorragende Aussicht über ganz Instanbul bot.

Am Nachmittag ging es schließlich wie geplant in den Hammam, ein Erlebnis, das jeden Cent, des nicht gerade billigen Vergnügens wert war. Freunde des Saunierens dürfen sich darunter eine Art Personenwaschmaschine im besten Sinne des Wortes vorstellen. Männer und Frauen werden getrennt gewaschen, im Frauenbereich herrscht zwar ein einigermaßen hoher Lärmpegel, schließlich werden die zu waschenden Kandidatinnen in einer Art Rondo in der Mitte einer großen runden, ganz in Marmor gehaltenen, Halle, samt kuppelartigem Dach, im Kreise aufgelegt und hernach von den jeweiligen Wäscherinnen – sprich Masseurinnen – geschrubbt, gewalkt und massiert. Den Abschluss bildet eine herzhafte Kopfwäsche, gereinigt und glücklich verlässt man schließlich die kommunale Waschanlage.

Und selbst wenn die Prozedur etwas ruppig klingt, so ist sie durch und durch angenehm, nicht nur, aber auch, hervorgerufen durch die große Herzlichkeit der Masseurinnen, die beim Waschen und Massieren Erinnerungen an Bäder, die man in der Kindheit genommen hat, wecken, verfeinert durch den angenehmen, aber nicht aufdringlichen, Geruch der verwendeten Seifen. Wer vernünftig ist, wählt, so wie ich, das Vollwaschprogramm, das sich „kompletter orientalischer Luxus-Service“ nennt und ein „original osmanisches Sultan Bade-Servis“ inkludiert und nicht unberechtigterweise verspricht, dass man sich hernach wie neu geboren fühlt. Kostet 50 Euro, ist aber wie gesagt, jeden Cent wert.

Ganz nebenbei bemerkt war der Freitag auch der türkische Nationalfeiertag, wobei man erstaunliche Flexibilität bewies und die angesetzte Parade wegen Schlechtwetters ganz einfach auf den Sonntag verschob, das kurzfristig abgesagte Feuerwerk fand schließlich doch noch am Freitag Abend statt und soll, ich saß wieder einmal beim Essen, grandios gewesen sein.

Am Samstag hatte sich die Schlechtwetterfront endlich verzogen und der Tag stand einerseits im Zeichen des noch nachzuholenden Besuches des Topkapi Palastes, der zweite Programmpunkt des Tages war eine Schifffahrt auf die asiatische Seite, schließlich hätte ich es nicht verkraftet, meine Füße nicht auf einen anderen Kontinent zu setzen, nachdem dieser nur wenige Kilometer entfernt lag.

Die Wanderung durch den Topkapi Palast rechtfertigte auch den Verzicht darauf am Donnerstag, denn diesmal war der Himmel blau, die Sonne schien und der Blick auf das Marmara Meer oder in Richtung Galata Brücke war schlicht und einfach ergreifend schön. Das war auch die Schifffahrt nach Üsküdür – auf die asiatische Seite – Fährenschiffe verkehren von Eminönü zu den jeweiligen Stationen in atemberaubendem Takt, die Kosten sind mit ca. 75 Eurocent schwindelerregend niedrig.

Asien entpuppte sich schließlich als annähernd ähnlich dem europäischen Teil Istanbuls, wobei die Erfahrung wohl in Abhängigkeit der Ausstiegsstelle variierte, ich befand mich in einem etwas trashigerem Teil, Reisekollegen berichteten von gehobeneren Vierteln. Sehenswert ist das ganze wohl in jedem Fall, vor allem der Besuch eines hiesigen Marktes war ein Erlebnis.

Der letzte Abend stand wieder im Zeichen der traditionellen türkischen Küche – ein Restaurant im Beyoğlu-Viertel war ausgewählt worden, die Konsumation von unfassbar guten Speisen endete nur aufgrund anwesender türkischer Farsi Live-Musik und körperlicher Bewegung in Form von Tanzen nicht in einem kapitalen Essens-Overkill, die bewegungsfreudige Minderheit schließlich wagte sich nachher sogar noch in das Istanbuler Nachtleben, welches soweit überblickbar unglaublich viele Leute beherbergt.

Am letzten Tag fand sich noch Zeit für einen abschließenden Besuch des Gewürzmarktes und sich Eindecken mit sämtlichen nötigen und unnötigen Mitbringseln, die Sonne schien, die Temperaturen waren herrlich warm, es fiel ziemlich schwer sich in den Bus zu setzen und abzureisen. Istanbul wird mir in positiver Erinnerung bleiben. Nicht nur weil sich mein Bild vom sog. Orient, mit allen Vor- und Nachteilen, nunmehr etwas realistischer zeichnet, selbst ein Selbstmordanschlag am Abreisetag trübt diesen Eindruck nicht, sondern weil die Reise innerhalb einer sehr sympathischen Gruppe von Leuten stattgefunden hat und von einer liebenswerten Gastgeberin und Organisatorin zu einem unvergesslichen Erlebnis gestaltet wurde.

Hilfreiche Informationen

Veranstaltungsinfos: Die Reise nach Istanbul wurde unter dem Titel #Twistanbul von Meral Akin-Hecke veranstaltet und organisiert, es sind weitere #Twistanbul-Reisen geplant, eine Teilnahme daran kann ich nur allerwärmstens empfehlen, Informationen darüber finden sich entweder auf der FB-Seite bzw. erfährt man am besten, wenn man @kigo auf Twitter folgt.

Unterbringung: Unsere Reisegruppe war im Hotel Erboy in der Istanbuler Altstadt untergebracht. Es handelte sich um ein nettes kleines Hotel, mit gratis Wi-Fi in allen Zimmern (unerlässlich für webaffine Reisegruppen), welches sich in Gehweite zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Hagia Sophia, Blaue Moschee, Topkapi) befand.

Hammam: Der von mir besuchte Cağaloğlu Hammam befand sich in der Istanbuler Altstadt und wird von einem New York Times Bestseller als einer von 1000 Orten bezeichnet, die man gesehen haben muss, bevor man stirbt. Nachdem ich noch keinen anderen Hammam besucht habe, kann ich nicht beurteilen, inwiefern es sich in einem weniger beworbenen, touristischen Hammam gemütlicher badet, gut möglich, dass es sich lohnt einen weniger stark frequentierten aufzusuchen.

Restaurants: Sämtliche von der Gruppe besuchte Restaurants kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Das Restaurant Hamdi liegt nahe am Hafen in Eminönü und bietet so wie das am letzten Abend besuchte Mekan in Beyoğlu traditionelle türkische Küche. Beide sind einen Besuch wert. Das ebenfalls im Beyoğlu-Viertel gelegene Restaurant Otto ist eine hippere Restaurantvariante mit eklektischer Speisenkarte, die von Burgern und Pasta bis hin zu türkischen Speisen eine bunte Auswahl bietet. Daneben gibt es dort kreative Cocktails, die Namen wie „Kiss my Otto“ tragen.

 

Susanne, 5. November 2010

 

Der einfache Mönch ist arm, aber froh

Für die Unternehmung diverser touristischer Aktivitäten im eigenen Land ist man zumeist vom Zusammentreffen zweier Bedingungen abhängig. Zum einen vom Besuch ausländischer Gäste, denen man einen Ausflug zu bestimmten Zielen, die man alleine nicht aufsuchen würde, als hochinteressant nahe bringen kann, zum anderen, auch aufgrund der entmutigenden Lage in Sachen öffentliche Verkehrsmittel, insbesondere der ÖBB, auf die Verfügbarkeit eines Autos.

Vergangene Woche trafen glücklicherweise beide Zustände gleichzeitig ein und ein Ausflug ins Stift Melk war in Windeseile vereinbart, schließlich wollte ich schon seit längerer Zeit einmal dort vorbei schauen, nicht nur wegen meiner Vorliebe für Umberto Eco (wer sich an Der Name der Rose erinnert, weiß dass der junge Adlatus von dort stammt), sondern weil ich mich generell für Architektur und Geschichte interessiere.

Zwei Freunde haben mich begleitet und bei stetem Regen ging es von Wien aus los in Richtung Melk. Wettertechnisch also beste Voraussetzungen, um sich innerhalb des Stiftes gemütlich umzusehen.

Das beeindruckende Barockensemble, welches über Melk thront, war in einer knappen Stunde erreicht, 2000 wurde es von der UNESCO samt umliegender Wachau, dem Stift Göttweig und der Altstadt von Krems zum Weltkulturerbe ernannt.

Der Blick auf das Stift schließlich bestätigt die Verleihung diverser internationaler Zertifikate, auch wenn man sich über deren Nutzen nicht wirklich sicher ist, architektonisch stellt das Gebäude auf jeden Fall eine herausragende Leistung dar und weckt große Vorfreude, sich das Ensemble auch von innen genauer anzusehen.

7.70 Euro Eintritt für Erwachsene, 4.50 für Studenten ist ein akzeptabler Preis und man machte sich sogleich, wenn auch etwas gebremst von einem gleichzeitig vor Ort abgesetzten Schwall hauptsächlich japanischer Touristen, erwartungsvoll auf den Weg ins Stiftsmuseum. Ich hatte mich zuvor, außer in Bezug auf die Anreise, kaum darüber informiert, die Webseite des Stiftes ist im Chic des 20. Jahrhunderts erstellt, wo man das Geld für diverse Modernisierungen gelassen hatte, wurde einem jedoch beim Eintritt ins Museum mehr als deutlich vor Augen geführt.

Leider haben sich die Verantwortlichen in Melk offenbar dafür entschieden, die architektonische Innenausstattung einem Diskothekendesigner zu überlassen. Die Räumlichkeiten, die man durchschreitet, brüllen einen wahlweise in grünem oder blauem Neonlicht an, es dominiert ein Make-Over-Stil der Marke „Clubbing-Lounge“ bzw. „das ist echt super modern“, oder man hält sich ans Swingerclubflair à la „Spiegelkabinett samt kitschige Barockengeln“. Getoppt wurde das Ganze von hässlichem Kunsthandwerk und einer Raumgestaltung, welche den Eindruck vermittelt, man hätte sie jener Sorte von Leuten übertragen, die gemeinhin in Heimarbeit Dinge produzieren, die sie dann auf örtlichen Zeltfesten oder Flohmärkten als „Kunst“ verkaufen.

Insgesamt wird durch diese völlig daneben gegangene Modernisierung wieder einmal offenbar was passiert, wenn man völlig ungeeigneten Leuten zu viel Geld in die Hand drückt. Ein typisch österreichisches Problem, wie mir scheint.

Die Tatsache, dass man hierzulande die Begriffe Modernisierung, Renovierung und Restaurierung verwechselt, hat schließlich dazu geführt, dass man im Stift Melk wunderschöne Barockräume zu einem völlig unpassenden „Erlebnisparcours“ verunstaltet hat. Eine Restaurierungkatastrophe, die mir noch heute den Magen umdreht und mich dafür plädieren lässt, den oder die Verantwortlichen für den Rest ihres Lebens wahlweise im neongrünen oder neonblauen Kitschdesasterraum einzusperren.

Die optische Verunstaltung war jedoch noch nicht das Ende der Geschichte. Leider. Neben den eher spärlichen und kaum ein Gesamtbild vermittelnden historischen Informationen, hat man sich bei der inhaltlichen Kuratierung im Museum ganz und gar der katholischen Indoktrination verschrieben. Da findet man dann an die Wand gemalte Glaubensbekenntnisse, die Krönung wird dem ganzen Hokuspokus schließlich in der Form von „Informationsschildern“ in vier Sprachen aufgesetzt.

In Bezug auf Geschichtsverfälschung hat man sich dort selbst übertroffen, indem man auf Texten, die in einem als sachlich verkleideten Informationsstil verfasst sind, mehr oder minder Missionierung betreibt. So las man also Phrasen wie „Diese neue geistige Strömung (gemeint ist die Aufklärung) beachtete manche menschliche Werte nicht, brachte aber auch viel Licht in manches Dunkel. Viele positive Werte dieser Entwicklung brachten große Fortschritte, manches jedoch ließ wichtige Bereiche verarmen“.  Oder: „Wieder einmal sollte eine Einseitigkeit, die Betonung menschlicher Vernunft, Prozesse einleiten, die etwas Ganzes auseinander teilen sollte“.

Die Interpretation derartiger Ungeheuerlichkeiten überlasse ich den Lesern selbst, mir wird beim Überdenken solcher Formulierungen auch nicht deshalb übel, weil ich gegen persönliche Glaubensbekenntnisse wäre. Jeder Mensch soll sich seines oder keines aussuchen, was aber erschütternd ist, ist die Tatsache, dass man hierzulande, zumindest was das Stift Melk betrifft, also in der katholischen Kirche, noch immer nicht die Bedeutung von historisch-wissenschaftlicher Dokumentation begriffen hat, sondern sich dafür entschieden hat, die Informationen über das Stift und seine Rolle in der Geschichte in einer Art Predigt über die Besucher zu stülpen. Man geht also wieder einmal davon aus, dass man selbst besser weiß, was für die Menschen wichtig und richtig ist, anstatt die am Stift interessierten Leute als mündige Individuen zu begreifen, die selbst in der Lage sind sich eine Meinung zu bilden.

Dazu ist anzumerken, dass ich vergangenes Jahr mehrere Tage in Südengland unterwegs war (die Berichte dazu finden sich in der Kategorie „Reise“) und dort nicht wenig Zeit in diversen Kathedralen zugebracht habe. Im Gegensatz zu Melk jedoch war man an all diesen Orten, die ihre Führungen noch dazu gratis anboten, in der Lage historisch akkurate Informationen zu vermitteln. Die Guides waren zumeist freiwillige Senioren und Seniorinnen, die über wirklich beeindruckende Sachkenntnis verfügten, kein einziges Mal fand sich irgendwo, egal ob auf Schildern oder bei diversen Führungen, auch nur ein klitzekleiner Versuch, mir als Besucherin, irgendeinen Glauben schmackhaft zu machen.

Als geringer Trost für die im Stift Melk dargebotene Travestie, kann ich wohl bloß anführen, dass man die verantwortlichen Clubbingdesigner wenigstens aus der Bibliothek fern gehalten hat – ich wäre vermutlich an Ort und Stelle in Tränen ausgebrochen, hätte man dort irgendwelche Leuchtröhren plaziert, einigermaßen beruhigt hatte ich mich erst nach dem Besuch des ausgezeichneten Rathauskellers in Melk, sowie nach dem daran angehängten Spaziergang durch den Klosterpark, der bis auf die Innengestaltung des Pavillons (Achtung Transzendenz!) Balsam für die aufgeklärte Seele war.

Susanne, 8. August 2010

Avec plaisir!

Sage und schreibe fünf Jahre sind vergangen, seit ich das letzte (und in dem Fall das erste) Mal in Nizza war. Höchste Zeit also die südfranzösische Küste wieder einmal aufzusuchen. Die Sehnsucht hatte mich schon im April gepackt und kollidierte erfreulicherweise mit einer Preissenkung beim sog. Red Ticket der Austrian Airlines. Da wurde dann auch nicht lange gezögert, in Freundin S. fand sich eine ebenfalls unter Fernweh leidende Reiseverbündete, es wurde sofort gebucht.

Kurze Zeit später fand sich auch ein passendes Hotel, die Wahl fiel auf das Beau Rivage, welches mehr oder weniger direkt an der Promenade des Anglais liegt, die Entscheidung hat sich, mit kleineren Einschränkungen (siehe hilfreiche Informationen) als sehr gute erwiesen, schließlich war die Lage des Hotels optimal, der dazugehörige Privatstrand in bestem Zustand und die frühe Buchung, wegen des am selben Wochenende abgehaltenen Iron-Man-Wettbewerbs geradezu hellsichtig (für Menschen wie mich, die sich bei Hotelbuchungen bis dato nicht an Massensportereignissen orientiert haben…).

Vorletzten Donnerstag schließlich war es soweit, Abflug Wien kurz nach 20 Uhr, pünktliche Landung in Nizza um kurz nach 22 Uhr. Gepäck abgeholt, raus zum Bus ins Stadtzentrum, kurz am Schalter nachgefragt, ja, ja, kommt in 25 Minuten, der Bus.

Wenn man schließlich wartet und wartet und so wie ich über ausreichend Frankreicherfahrung verfügt, dann bleibt man entspannt und beginnt intensiv über das Wort „Streik“ nachzudenken. So lange, bis nach mehr als einer Stunde der Bus dann doch noch auftaucht und man behält als frankophile Revolutionssympathisantin auch dann noch die Nerven, wenn man mit gefühlten 200 anderen Leuten wie Sardinen in den Bus geschichtet, ins Stadtzentrum gebracht wird. „Was? Ein Streik? Jawohl! Die haben schon recht! Bon Manif!“ So oder ähnlich begegnet man in Frankreich Leuten, die für ihre Rechte eintreten.

Wie dem auch sei, die Nerven wurden schließlich auch durch eine herrlich lauwarme Sommernacht beruhigt, feucht-salzige Meeresluft als mediterrane Aromatherapie. Schließlich checkt man im Hotel ein, die aus Finnland früher angereiste S. hat sich tagsüber bereits in Sachen Strandbesuch schlau gemacht, ein später Drink noch in einem der vielen Straßencafés am Marché aux Fleurs im historischen Viertel (Vieux Nice) von Nizza. Côtes de Provence, Rosé, ist Teil des Pflichtprogramms.

Die folgenden Tage schließlich wurden, auch und insbesondere aufgrund des hervorragenden Wetters, mehr zu einer Art Alternativtriathlon, der sich aus den Diziplinen „am Strand liegen“ „Essen&Trinken“ sowie „durch die Altstadt wandeln“ zusammensetzte. Daran werden sich auch die nachfolgenden Empfehlungen orientieren. Zumal es in erster Linie ohnehin darum geht, das Reisen um des Reisens willen zu betreiben und sich hauptsächlich danach zu richten, was einem vor Ort spontan in den Sinn kommt, als einem irgendwie gestalteten Reiseführer zu folgen.

Wer also nach Südfrankreich fährt, der kann dort ausgezeichnet essen, hervorragenden Wein trinken und wenn das Wetter mitspielt die Seele am Strand baumeln lassen.

Frühstückstechnisch haben S. und ich das sündteure nichtinkludierte Hotelbuffet links liegen gelassen und fanden im „Le Pain Quotidien“ ein hervorragendes Lokal, wo man aus verschiedensten Petit-Dejeuner-Variationen auswählen konnte, im Standardprogramm dabei, ein Korb voll mit verschiedensten frischen Brotköstlichkeiten, die vom Baguette bis zum Vollkornbrot reichten. Mein persönlicher Favorit: die Frühstücksvariante mit Müsli. Frankreichtypisch bekommt man den dazubestellten Milchkaffee (nennt sich dort „café crème“) in einer hübschen, adäquat dimensionierten Schale.

Nach dem Bummel durch die Altstadt, die mit dem Markt, der sich über den Cours Saleya – gemeinhin bekannt als Marché aux Fleurs – zieht und den dahinter liegenden Gässchen, über ausreichende Möglichkeiten sich mit touristischem Klimbim einzudecken bzw. herrliches Obst, Gemüse oder Gewürze zu kaufen, bot, ging es kurz nach Mittag direkt an den Privatstrand des Hotels. Privat heißt in dieser Hinsicht leider nicht gratis, auch nicht als Hotelgast, aber wer nicht auf einem unbequemen Kieselstrand leiden will, und wer darüber hinaus sein Geld nicht in den teuren Boutiquen hinter dem Place Masséna (Rue Paradis, Avenue de Suède…) ausgibt, der kann und sollte sich an einem der Privatstrände einquartieren und dort austesten, was es heißt wie Gott in Frankreich zu leben.

Man verfügt dort über eine bequeme gepolsterte Liege, zumindest einen Sonnenschirm, einen eigenen Rettungsschwimmer und vor allem über eine überaus aufmerksame Mannschaft an Servierpersonal, die wahlweise Essen oder Getränke auf die zwischen den Liegen optimal platzierten Abstelltischchen liefert. Auf diese Weise lässt sich bis zum Schließen des Gastrobereiches (meist gegen 17.30) herrlich die Zeit vertrödeln. Man liest, schläft oder geht drei Schritte und erfrischt sich im perfekt temperierten Mittelmeer. Am frühen Nachmittag liefert man dann die Bestellung für das erste Glas Roséwein ab, wartet ein wenig – kann manchmal auch länger dauern, aber man hat ja schließlich Zeit – und bekommt sein Getränk schließlich von einem lächelnden Kellner mit den Worten „Avec plaisir“ vor die Nase gestellt. Das Leben kann so schön sein.

Am Abend schließlich stand die Nahrungsaufnahme im Vordergrund, schließlich ist so ein Tag am Strand verdammt anstrengend, vor allem wenn man den Athleten und Athletinnen des parallel stattfindenden Iron-Man-Bewerbs zusehen muss. Naja, selber schuld, kann man da nur sagen, oder um es mit den Worten des Taxifahrers, der uns zum Hafen brachte und die für den Bewerb aufgebauten Sperren kommentierte, zu sagen: „L’Ironman? C’est le bordel!“

Essenstechnisch jedenfalls bietet sich die Altstadt von Nizza an und selbst wenn die dort sehr touristischen Restaurants den Verdacht aufkommen lassen, dass man da oder dort möglicherweise alles andere als Qualitätsware serviert bekommt, kann ich persönlich, auch vom vorigen Aufenthalt in der Stadt, von keinem einzigen Fall eines uninspirierten Touristennepps berichten.

Direkt am Marché aux Fleurs gelegen, kann ich das Lokal „La Cambuse“ empfehlen, dort ist man pizza- und salattechnisch bestens versorgt, die Speisekarte weist aber auch regionale Gerichte wie z.B. das von Innereienspezialisten geschätzte „Tripes à la provençale“ auf, wobei ich letzteres nicht bestellt habe und somit über dessen Qualität leider keine Auskunft geben kann. Ein zweites Restaurant am Platz, welches sich in Sachen Meeresfrüchte verdient macht, ist das „Chez Freddy“, wo man ausgezeichnete Paellas zubereitet.

Wer schließlich etwas weiter vom Zentrum weg will und daneben das subjektiv beste Restaurant in der Stadt aufsuchen möchte, der muss zum Hafen. Den erreicht man auch zu Fuß, wenn man auf der Promenade des Anglais einfach in Richtung Osten wandert. Besagtes Lokal nennt sich „L’Ane Rouge“ und hat sich ebenfalls auf Meeresfrüchte spezialisiert. Das dort angebotene Abendmenü kann ich ohne Einschränkungen empfehlen und wenn man sich keine sündteuren Aperitifs aufschwatzen lässt, dann verbringt man mit Sicherheit einen perfekten Abend. Gut, selbst wenn man sich den sündteuren Aperó aufschwatzen lässt, verbringt man einen perfekten Abend. Vorausgesetzt das Wetter passt, dann sitzt man nämlich draußen und schaut auf den Hafen von Nizza, genießt hervorragendes Essen, großartigen Wein, aufmerksames Service und verlässt erst dreieinhalb Stunden später glücklich lächelnd das Lokal.

Über das niçois’sche Nachtleben weiß ich leider nicht allzuviel zu berichten. Zwar war der erste Abend noch dem Fortgehen gewidmet und als selbsternannte Trendsetter hatten wir uns bei den allercoolsten, exklusivsten Quellen schlau gemacht, der dort gepriesene Club, der den bezeichnenden Namen „Le Klub“ (von den Franzosen gerne „Lö Klöb“ ausgesprochen…) trug, stellte sich aber schließlich als derartiger Geheimtipp heraus, dass außer uns zweien nur noch ein dritter Avant-Avantgardist davon wusste. Der Rest waren Drinks im Plastik-to-go-Becher, ein von seiner Auflegerei sehr begeisterter DJ und eine im oberen Raucherabteil beim letzten Durchgang noch zufällig entdeckte Gruppe von am Boden sitzenden, gelangweilt vor sich hinstarrenden Leuten, von denen man den Eindruck hatte, sie gehörten zum Inventar. Die restlichen Abende wurde auf die Trendsetterei gepfiffen, schließlich gab es immer noch eine Fußball WM.

Und was steht am Ende eines derartigen Urlaubs? Mit Sicherheit nicht das Gefühl irgendwelche kulturellen Highlights, Museen oder noch nicht gesehene Orte versäumt zu haben. Das Ziel einer Reise sollte sich immer und in erster Linie daran orientieren, was man vor Ort als das identifiziert, was man im Augenblick am dringendsten braucht. Selbst wenn es darin besteht, die gesamte Zeit im Kaffeehaus zu verbringen, oder einen großen Bogen um Must-See Sehenswürdigkeiten zu machen, weil die Besteigung eines x-beliebigen Hügels am Stadtrand um ein Vielfaches interessanter scheint. An diese simplen, sagen wir taoistischen, Reiseregeln, halte ich mich nunmehr seit Jahren und ich habe es bis jetzt noch nie bereut. Au contraire!

Hilfreiche Informationen:

Anreise: Austrian Airlines haben vor kurzem die Preise für das Red Ticket gesenkt, wenn man frühzeitig (!) bucht, kann man zu günstigen Tarifen direkt von Wien nach Nizza fliegen. Die AUA scheint sich derzeit auch verstärkt um soetwas wie Kundenzufriedenheit zu kümmern. 2 Tage vor dem Abflug erhielt ich ein kurzes Email mit den wichtigsten Informationen zu meinem Flug (z.B. Web check-in) und dem Reiseziel. Nicht überlebensnotwendig, aber nett.

Unterbringung: Das Hotel Beau Rivage liegt optimal direkt hinter der Promenade des Anglais und ca. 2  Gehminuten vom Marché aux Fleurs entfernt am Rande der Altstadt von Nizza. Wer früh (!) bucht, kommt in den Genuss von leistbaren Zimmerpreisen. Die hoteleigenen Frühbuchertarife haben in meinem Fall alle auf diversen Hotelbuchmaschinen ausgeworfenen Preise unterboten. Das Hotel selbst ist neu renoviert, die Zimmer sind aber nicht besonders groß und weil man sich sosehr auf ein stylisches Design konzentriert hat, hat man z.B. im Badezimmer mancherorts auf die Funktionalität vergessen (klitzekleine Ablageflächen, zu wenige Handtuchhalter, etc.). Im Großen und Ganzen aber empfehlenswert, vor allem wegen der Lage und unter der Voraussetzung, dass man nicht den vollen Zimmerpreis zahlt!

Essen: Le Pain Quotidien, 1 Rue Saint-François de Paule. Ausgezeichnetes Brot, zum langen Frühstücken bzw. zum Brunch bestens geeignet. L’Ane Rouge , 7 Quai des Deux Emmanuel, liegt direkt am Hafen, spezialisiert auf Fischgerichte, kulinarisches Highlight von Nizza. La Cambuse, 5 Cours Saleya, Pizza, Salate und regionale Spezialitäten. Chez Freddy: 20 Cours Saleya, spezialisiert auf Meeresfrüchte und Fisch, sehr gute Paellas.

Susanne, 4. Juli 2010

Chouffe, Chouffe, Chouffe

Brüssel ist eine Stadt, die man nicht um ihrer selbst willen besucht. Ich zumindest nicht. Brüssel ist viel mehr eine Stadt in die man fährt, wenn man dort etwas zu erledigen hat, oder eingeladen wurde. Wie ich zum Beispiel.

Nicht, dass ich Brüssel als Stadt unbedingt klein reden möchte. Vor Jahren, damals lebte ich in Paris, hatte ich herausgefunden, dass man mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV nur etwa eine Stunde dorthin benötigte und wäre fast hingefahren. Dann hab ich’s mir überlegt und fuhr nach Marseille, eine Stadt, in die man unbedingt um ihrer selbst willen fahren sollte. Ich habe damals beschlossen, ich würde erst nach Brüssel fahren, wenn man mich dorthin einlädt.

Zwei Jahre später war es soweit und die EU höchstpersönlich bezahlte die Reise. Also fuhr ich hin. Einen ganzen Tag lang habe ich mich dann umgesehen und festgestellt, dass ich mit meiner Voreingenommenheit zum Teil recht gehabt hatte. Brüssel ist tatsächlich nicht besonders aufregend. Es gibt einen kleinen, sehr schönen historischen Kern, der im Grand Place sein Zentrum findet, durch die Gässchen rund herum kann man gut und gerne ein paar Stunden sehr gemütlich flanieren, das berühmte Manneken Pis entdeckt man meist erst deswegen, weil sich zu jeder Tageszeit dort eine Traube von Touristen gebildet hat, die ihm bei seinem endlosen Wasserlassen zusieht.

Vor kurzem war es wieder so weit und ich bin als Teil einer österreichischen Blogger- und Bloggerinnen-Gemeinschaft, wieder gefördert von der Europäischen Union in Form eines Reisezuschusses, initiiert durch den Wiener Gemeinderat Marco Schreuder und auf Einladung der  Grünabgeordneten Ulrike Lunacek und Eva Lichtenberger erneut nach Brüssel gereist. Viel Zeit blieb auch diesmal nicht – ein ziemlich dichter Parcours durch europäische und österreichische Institutionen stand am Programm (mehr darüber kommende Woche in meiner Kolumne auf zurPolitik.com), lediglich der Anreisetag sowie die Abende standen zur touristischen Disposition.

Nachdem ich nun der Stadt bereits einiges an touristischer Wertigkeit abgesprochen habe, muss ich mich doch um eine gewisse Ehrenrettung bemühen. Brüssel ist, auch wenn man nicht eingeladen ist, allemal eine Durchreise wert. Und zwar vor allem wegen seiner kulinarischen Reize.

Bereits beim ersten Aufenthalt galt mein Hauptaugenmerk der Suche nach einem gewissen „Léon de Bruxelles“. So nennt sich eine Lokalkette, die ich in Paris gerne wegen eines bestimmten Gerichts frequentiert hatte: „Moules Frites“ – zu deutsch Muscheln mit Pommes. Dass ich das Brüsseler Restaurant nicht sofort fand, lag einzig und allein daran, dass ich nicht klug genug war, zu erkennen, dass der topographische Namenszusatz in Brüssel selbst völlig unützes Beiwerk war, das Lokal hieß dort logischerweise schlicht und einfach „Chez Léon“.

Bei der vor kurzem erfolgten Reise hat es sich nun auf wundersame Weise ergeben, dass am ersten Tag, in kleinere Grüppchen aufgesplittert und auf der Suche nach Essbarem, ausgerechnet meine Gruppe plötzlich vor dem Lokal stand. Besser hätte ich es nicht planen können. Moules Frites – erledigt. Passenderweise gab es ein Mittagsmenü samt jenem Getränk, welches auch gleich den zweiten kulinarischen Fokus der Reise bildete: Bier.

Wer nach Brüssel kommt sollte sich auch bei den unzähligen Biersorten kundig machen. Mitunter lohnt sich das. Zum Glück hatte ich einige gerstensaftaffine Bloggerkollegen und -kolleginnen an meiner Seite, während der viertägigen Reise gab es also genug Gelegenheiten, da und dort einen Schluck zu kosten und so gröbere Leberschäden zu vermeiden.

Zum Bier ist folgendes zu sagen. Es gibt in Belgien vermutlich so viele Biersorten, dass man sie kaum in einem Jahresaufenthalt in Brüssel durchtesten würde können. Es gibt dunkle und helle, leichte und sehr, sehr starke, es gibt Weißbiere und Pilse und es gibt die notorischen Fruchtbiere. Dorn in den Augen so mancher Reinheitsgebotsapostel, Suchtfaktor für wieder andere. Ich persönlich konnte weder dem Bananen-, noch dem Mangobier viel abgewinnen, Kirschbier (Kriek) ging gerade so, mein Favorit eindeutig Himbeerbier. Unter den restlichen Bieren erinnere ich mich noch mit Schaudern an ein Starkbier (10+Vol.%), welches hauptsächlich nach Ethanol schmeckte und dankenswerterweise von meinem biertechnisch unerschütterlichen Mittester ausgetrunken wurde. Der Name dieses Bieres ist mir entfallen, ob das bereits diversen Ausfallserscheindungen geschuldet war, will und kann ich nicht beurteilen.

Zwischendurch muss gegessen werden und diesbezüglich gibt es in Brüssel noch mehr im Angebot als Muscheln mit Pommes. Pommes alleine zum Beispiel. Erfunden von den Belgiern, von den Amerikanern frankophoniert und dann auch noch befreit, heißen sie in Brüssel immer noch Frites. Und die allerbesten gibt es bei Antoines Frittenbude am Place Jourdan, mitten im EU-Viertel. EU-Volk und Einheimische schwärmen in den jeweiligen Pausen gern zum Platz und holen sich die eine oder andere Tüte, klassisch belgisch natürlich mit sehr viel Mayonnaise. Schließlich brauchte man für die abendliche Biertesterei auch eine ordentliche Unterlage.

Der Sieger dieses Tests wurde schließlich am letzten Abend gekürt und nennt sich Chouffe. Ein hervorragender Name, der sich auch nach mehreren Gläsern noch verständlich aussprechen lässt, und dessen phonetische Eigenschaft so einprägsam war, dass noch mindestens eine Mittesterin dem Chouffe-Effekt erlag. Wie der aussieht? Man bestellt einfach. Ein Chouffe und noch ein Chouffe. Chouffe, Chouffe, Chouffe.

Hilfreiche Informationen:

Anreise: Günstige Direktflüge aus Wien gibt es aktuell mit Austrian Airlines oder Brussels Airlines. Die Flugzeit beträgt etwas weniger als 2 Stunden. Der Transfer vom Flughafen ins Stadtzentrum kostet aktuell um die 5 Euro. Ein Dreitagespass für die öffentlichen Verkehrsmittel in Brüssel kostet 9,50 Euro (exkl. Fahrt zum Flughafen).

Unterbringung: Diverse Hotelbörsen vermitteln günstige Zimmer, die Bloggergruppe war im Hotel Floris Ustel Midi in Bahnhofsnähe untergebracht. Diesbezüglich kann ich selbst keine Beschwerden vorbringen, außer, dass die Gegend rund um das Hotel eher als heruntergekommen zu bezeichnen ist, Mitreisende haben darüber hinaus u.A. über Probleme mit dem W-Lan in ihren Zimmern berichtet.

Chez Léon: 18 Rue de Boucher

Friterie chez Antoine: Place Jourdan

Susanne, 17. Juni 2010

On the road in Slovenia – Piran

Flying Sandworm - artwork zoer

I had alread declared vacation season as officially over and I was ready to brace myself for the fall in Vienna. For those times when it can be foggy for weeks on end, and blue skies or sunshine seem like very distant, almost unreal, memories. Seasonal depression was lurking just around the corner, when unexpectedly an old friend from school stopped by and declared that she would very much like to spend a few days at the sea. And, even better, she was looking for some company. I graciously volunteered to provide that company and just a few days later we were sitting in her mother’s car driving south. We had chosen Piran as the destination for our 3 day vacation, the weatherforecast was outstanding and the tiny Slovenian town was only a few hours drive from Vienna. To be precise just a little over 300 miles to the south-west.

Piran, Slovenia

It had all worked out perfectly. And after leisurely cruising along the Slovenian interstate, and wondering why it took so very long for the landscape to take on the usual southern appearance, watching out for pine trees and cypresses invainly until we had finally left behind the last mountain-ridge south of Ljubljana and were headed for Koper, when all of a sudden the mountains turned into soft rolling hills, the dark alpine green into smooth sandy brown of dried soutern grasses and finally our eyes met with the brilliantly sparkling Adriatic sea. We kept on following the signs for Portorož and after just about 5 hours to the minute we finally pulled up in front of the chosen hotel, Hotel Piran, rapidly unloaded the car, hurriedly got the keys to our room and after having more or less dumped our belongings there, we opened the windows and beheld the sea-view which was to be ours, exclusively for the next 3 days.

Piran, Slovenia

Piran is a tiny town on the western-most Slovenian tip of the Istrian peninsula. It had been chosen for out little excursion because friends had been there before and had recommended it. Finally viewing pictures on the web had turned pondering about where to go into certainty, because Piran looked like a beautiful small gem on the Adriatic coast.

Piran, Slovenia

And a gem it truly is, even more so, when you see it for yourself. It had been years since I had last traveled in that area, mostly in Croatia, and I had been stunned by the beauty of towns like Dubrovnik and Korčula, the latter resembling Piran quite closely. All three of them owe their similar character to the influence of the ancient Republic of Venice, the empire which reigned over the Mediterranean Sea from medieval ages up to the Renaissance.

Piran, Slovenia (Tartini Square, St. George's Cathedral)

Remnants of Venetian architecture can be seen everywhere in Piran, ranging from small houses with the typically arched windows to the Cathedral of Saint George, which sits high on the northern cliff above the city and seems to gracefully watch over the little flock of houses, that has gathered round it. Yet the attention is less on St. George’s Cathedral, with its typically Italian Campanile and Baptistery, than it seems to be on the Adriatic sea, which almost surrounds Piran.

The cape on which the town is built stretches westward, jutting out into the sea and when looking upon it the scenery gives you the impression as if the entirety of Piran’s buildings seem to have crept up onto the westernmost point in order to catch a glimpse of the azure-colored Adriatic sea. So much so that the castle-like appearance of the tiny little church at the tip of the cape, St. Clement (or Lady of Health), solely seems to be owing to the purpose of pressing against the curious little houses, so that none of them accidentally fall into the water.

When you walk eastward from St. George’s Cathedral and ascend yet another elevation, you come to the remainder of the old city wall, which – just as the Campanile of St. George’s – can be climbed for the small price of one Euro. Which is well worth the investment, because from the top of the Campanile as well as from the city walls you get an outstanding view over the town and the sea.

Piran, Slovenia

Piran itself is very small, and you’ll be able to get a good impression of what the town has to offer in about a half a day, but you can easily spend several days walking the tiny lanes and continously discover new ones, which you haven’t seen before. Yet, all those wanderings will sooner or later lead you to the social center of Piran – Tartini-Square – which is actually round, where in the evenings you will probably meet with most of the people, who either visit or live in Piran. As soon as the sun sets, the place is bustling with roller-skaters, taking advantage of the smoothly polished, gleaming-white, stone surface of the elliptical center of the plaza, with groups of citizens scattered across the square, apparently exchanging the gossip of the day, or with sun-bathers and swimmers, who have dragged their tired bodies from the beaches and are now enjoying a lazy drink in one of the many out-door cafés.

Piran, Slovenia (Hotel Piran)

Yes – there are beaches in Piran, though you won’t find sandy ones. You may put up with shingle beach, or if you’re more interested in swimming in the sea – which seems very clean, by the way – you will be perfectly happy with the cement beaches, as for example right in front of Hotel Piran. And when you’ve had enough of swimming and sun-bathing and want to grab a bite to eat, head for the promenade which leads to the western tip of the cape and is lined with restaurants, cafés and ice-cream parlors. Most of the restaurants offer similar selections of sea-food, I can personally recommend Restaurant Ivo, where you’ll not only get high quality fish-platters and excellent wine to go with it, but where you can also enjoy your meal with an almost tackily beautiful sunset.

Piran, Slovenia (Restaurant Ivo)

Three days seem to be the perfect time-span to spend in Piran. If you’re looking for sandy beaches head east to Portorož, where you’ll also find more entertainment such as casinos, if that’s what you were looking for. Another beautiful Venetian town is Izola, which too is just a few miles from Piran. If you intend to stay longer, you can make all sorts of excursions, there are for example day-trips to Venice, which can be reached in less than 2 hours with a speed boat. Or you can visit Trieste, which is on Italian territory and offers another beautiful historic city center as well as shopping opportunities.

I however didn’t care much for big excursions or extensive shopping, I was settled on soaking up as much sun as possible, swimming in the still warm Adriatic sea, enjoying a leisurly drink at Tartini-Square or just lying in my bed listening to the gentle bubbling and gurgling of the sea. All of this served one specific purpose. It was active immunization against the already threatening fall mists and winter fogs. Alas, they won’t bother me much this year – I’ll just lean back, close my eyes and picture myself in Piran.

Piran, Slovenia

Useful Information:

Getting to Piran: Cities in the vicinity of Piran, which can be reached by plane, are Venice, Trieste or Ljubljana. From Venice you can take a ferry which runs in the summer months (2.5 hours; about 53 Euros per Person), from Trieste and Ljubljana trains run to Koper, where you have to change onto a bus to get to Piran. The most comfortable way is probably a rental car from one of the airports. Using Slovenian interstates requires you to pay for toll. A sticker for your windscreen, valid for 7 days, will cost you 14 Euros. Parking in Piran is not free of charge, but you can enter the city to drop off your luggage and your first hour of parking will be free. Just outside the center, there’s long term parking, which costs 11 Euros for every 24 hours.

Accommodation: There are two Hotels in Piran. Hotel Tartini, which is located in the town-center and Hotel Piran. The latter boasts 4 stars, but is actually somewhere in the category of a 2-3 star hotel. Contrary to the indication on the web-page, there isn’t wifi access in all rooms (at least not in the one I had…), and the hotel charges outrageous amounts for the usage of it. Forget the breakfast in the hotel, it is below any standard. Do yourself a favor, cross the plaza opposite of the hotel entrance and have breakfast at the charming cafe Cakola, where they serve excellent coffee. Or march on to the beach promenade and try one of the cafés there. Apart from these minor irritations and a room that has seen its fair share of visitors nothing beats the sea-view of the Hotel Piran. And it is a clean hotel, so after all I can recommend it, with the above mentioned reservations.

Food: The beach promenade is lined with restaurants that offer basically identical choices of sea-food. An excellent place to eat at is Restaurant Ivo. Forget the town Restaurant Verdi – the food we were served there was beyond anything that I would qualify as good quality. If you like to go out and enjoy a drink after your meal, I suggest you head on over to Tartini-Square. There are lots of places that offer outdoor seating, I can recommend the Kantina Žižola, which may stay open later, if the party lasts a little longer.

Additional information on Piran can be found on the official webpage of the region, where you’ll find more details on accommodation, as well as on Wikipedia.

Susanne, 13 September 2009