Shitstorm Infographic

I’ve taken the liberty to share with you the visualization of potential modes of reaction to a so-called social media „shitstorm“.

All of us who work in the field have encountered the onslaught of digital feces and have spent some hours wondering whether we could have reacted in a better way.

Well, here’s a lighthearted chain of reaction for the average community manager and those aspiring to enter into the profession. Mind you though, it’s a work of progress and I’m not to be held responsible for any unwanted repercussion. After all, when push comes to shove, you’re out there on your own. Enjoy the ride.

Susanne, July 6 2012

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The Sandworm auf der re:publica

re:publica 12
Meine werte Bloggerkollegin Jana und ich sind morgen auf der re:publica zu Gast. Wir werden um 12:15 einen hübschen Vortrag zum Thema „Der wandelnde Computer-User“ halten und dann auch gleich ein sehr cooles Gimmick präsentieren. Dazu hat übrigens der nette Kollege Matthias ebenfalls sehr viel beigetragen.

Mehr sei dazu jetzt nicht verraten. Wer mich kennt und hallo sagen möchte, möge mich bitte unter @thesandworm antwittern oder einfach nach dem Vortrag ansprechen. Wer mich nicht kennt…selbes Procedere. Ich beiße nicht.

Hier in Berlin ist aufgrund des 1. Mai bereits der Teufel los. Massives Polizeiaufgebot. Möge der Feiertag friedlich verlaufen, ich freue mich auf morgen.

Update 2. Mai: Unser Gimmick ist offiziell vorgestellt, die Futurezone berichtet auch bereits darüber. Das Ganze nennt sich Tweet Cemetery und bescheiden wie ich bin, finde ich es genial. Am besten ihr probiert es gleich aus!

Susanne, 1. Mai 2012

Google+ und seine Funktion als Horizonterweiterer

Ganz zu Beginn des Launches von Google+ wurde ich vom Bloggerkollegen Richard K. Breuer auf Facebook gefragt, wann ich denn einen Artikel dazu schreiben würde. Meine Antwort darauf war: „Tja, wenn ich das wüsste…“

Zu dem Zeitpunkt war Google+ ganz neu, jeder wollte dabei sein, es gab auch schon erste Erfahrungsberichte, mittlerweile gibt es einige gute Analysen dazu z.B. diejenige von Sascha Lobo, die ich sehr treffend finde, oder jene von Location Marketing, die sich mit einigen speziellen Funktionalitäten von Google+ sehr gut auseinandersetzt.

Als „Slow-Blogger“ war mir natürlich klar, dass ich mir das Ganze erst Mal ansehen würde, nach drei Tagen bereits eine Wertung abzugeben, schien mir viel zu früh. Nun sind ein paar Wochen vergangen, auf der neuen Plattform tummeln sich bereits erste „Google+ Berater“ (3 Wochen Erfahrung!) und selbst mir ist mittlerweile klar geworden, was mir an Google+ gefällt.

Ich habe schon vor längerer Zeit über das Phänomen der sog. tendenziösen Apperzeption geschrieben. Es handelt sich dabei um die Neigung, Dinge, die man liest, hört oder sieht nach seinen persönlichen Präferenzen zu filtern, erstmals beschrieben wurde sie vor rund 100 Jahren von Alfred Adler.

Die heutigen sozialen Netzwerke stechen diesbezüglich sozusagen in ein Wespennest, indem sie es den Benutzern diverser Plattformen noch viel leichter machen, sich ihr eigenes Weltbild zu basteln.

Ich lese nur das was mich interessiert, grenze meinen Stream auf Facebook oder Twitter darauf ein was ich für relevant oder tauglich halte, ungenehme Meinungen kann man leicht ausblenden oder entfolgen.

Worauf ich hinaus will ist folgendes: sich anderen Meinungen oder Weltbildern auszusetzen ist anstrengend, es stellt die eigene Toleranz auf die Probe, fordert einen heraus, ärgert und irritiert mitunter. Um kritikfähig und offen zu bleiben ist es aber notwendig, sich auf Andere einzulassen, es führt kein Weg daran vorbei.

In den vergangenen Wochen, in denen Google+ also so richtig los legte, war ich zu Beginn amüsiert und etwas später irritiert. Nicht nur ich, viele andere in meinem Stream stellten sich die Frage: Wer zum Teufel fügt mich da zu seinen Circles? Statuspostings à la: „A: do I know you? B: If you do not know, if you know me, how should I know, if you know me?“ fanden sich da, oder ganz simple Fragen wie „Ihr Unbekannte aus aller Welt, die ihr mich so zahlreich einzirkelt: Wer seid ihr? Warum?“.

Diese Eigenschaft von Google+ ist meiner Meinung nach das Postivste was dieses soziale Netzwerk bisher geleistet hat. Es füttert mich mit einem gigantischen Stream von Informationen, der von Leuten gepostet wurde, die mir völlig unbekannt sind.

Mehr noch, im Gegensatz zu Twitter, wo sich mittlerweile durch die Routine der Benutzung gewisse Verhaltensmuster verfestigt haben, steht Google+ im Moment als völlig neu da und bricht alles wieder auf. Irritiert einen durch Fremde, die einen ungefragt einkreisen und sprengt gerade dadurch die brav eingeübte Web-Routine. Ermöglicht einen Blick auf Neues, Fremdes. Insbesondere weil es im Gegensatz zu Twitter viel visueller aufgebaut ist, Bilder und Videovorschauen, Graphiken und Diagramme bereits im Stream enthält und nicht erst beim Klick auf einen Link oder ein Vorschaufenster enthüllt.

Google+ wird nicht der Heilsbringer in der Social Media Welt sein, ich sehe es auch nicht als direkten Konkurrenten zu Facebook, aber es wirbelt Althergebrachtes wieder mal gehörig durcheinander und führt somit, zumindest bei mir, dazu, eingeschliffene Muster zu erkennen und sie zur Abwechslung auch mal wieder zu ändern. Schon allein dafür zahlt sich ein Blick darauf aus.

Susanne, 23. Juli 2011

Facebook und die Wissenschaft

Wer sich Die Zeit kauft braucht viel Zeit zum Lesen. Wie es sich herausstellt lohnt es sich aber, denn nicht online, oder durch Twitter oder gar Facebook verbreitet, sondern in der nahezu unübersichtlich dicken Papierversion, stieß ich auf den hochinteressanten Artikel „Forschen mit Facebook„.

Einige sehr spannende Themen wurden darin aufgeworfen und ich musste erst warten, bis ich wieder an einem Computer saß, um den Artikel auch in seiner Onlineversion zu lesen und mich über die darin gelieferten Erkenntnisse zu informieren. Schließlich wurden dort einige Dinge erwähnt, die meine Aufmerksamkeit als Sozialwissenschaftlerin geweckt hatten und die mich nun dazu veranlasst haben, mich auch im Blogformat kurz damit auseinander zu setzen.

Forschung ist eine gute Sache

Zum Einen fand ich es schön zu hören, dass man Facebook ausnahmsweise mal nicht verteufelt und als Niedergang der menschlichen Kultur geißelte, sondern dass sich einige ambitionierte Forscher dem gigantischen sozialen Netzwerk mit  wissenschaftlicher Neugierde näherten.

Auch Facebook selbst tut das. So wie andere Onlinegiganten – Google z. B. beschäftigt sich nicht nur mit der Berechnung von Suchalgorithmen, man führt dort auch sehr ambitionierte Analysen zum Thema „Arbeitszufriedenheit“ oder „erfolgreiche Fühungskräfte“ durch, wie der im März dieses Jahres in der New York Times veröffentlichte Artikel „The Quest to build a better Boss“ beweist – hat man bei Facebook auch tiefergehende Fragen rund um seine User gestellt. Dabei hat man zum Beispiel einen Glücksindex für Facebook berechnet –  Gross National Happiness – und analysiert, wann die FB-Bevölkerung denn am glücklichsten oder unglücklichsten war.

Ob die Ergebnisse nun valide sind, oder nicht, darüber kann man sicher trefflich streiten, auch gibt Facebook direkt keine Informationen preis, welche Daten genau erhoben wurden, immerhin unter der Grafik findet sich eine Quellenangabe, die auf einen wissenschaftlichen Artikel verweist, den man für wohlfeile $ 15 als pdf erwerben kann.

Ausgewertet und analysiert wurde dieser Glücksindex im sogenannten „Facebook Data Team“ – das sozusagen im Besitz des heiligen FB Grals ist – den Millionen und Abermillionen Daten seiner User.

Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei…

Sucht man auf der Seite des Facebook Data Teams weiter, kommt man irgendwann zu den Favoriten der Seite (schließlich ist die Frage, was interessiert eine interessante Seite, zumindest für mich, immer die spannendste), wo sich eine weitere Seite namens „Facebook Fellowship Program“ befindet.

Nun interessiert man sich dort hauptsächlich für Computerwissenschaften und verwandte Disziplinen (darauf hingewiesen wurde ich übrigens von der Kollegin Jana Herwig aka @digiom – besten Dank!), limitiert also die Bewerbungsmöglichkeiten für interessierte Doktoranden radikal und dokumentiert damit wiederum, worum es bei Facebook wohl in erster Linie geht: die bestmögliche Aufbereitung und Nutzbarmachung der Daten.

Nachträglich scheint somit der erfreuliche sozialwissenschaftliche Vorstoß von Facebook eine Art wissenschaftliches Feigenblatt zu sein, beschränkt man doch die Bewerbungen für ein Facebook Fellowship ausschließlich auf Wissenschaftler folgender Disziplinen:

  • Computational Advertising
  • Computer Vision
  • Compiler Technology
  • Computer Architecture
  • Computer Networking
  • Computer Security
  • Databases
  • Data Mining
  • Distributed Computing
  • Fault Tolerance
  • Human-Computer Interaction
  • Internet Economics
  • Machine Learning
  • Machine Translation
  • Natural Language Processing
  • Search
  • Smart Datacenters
  • Social Computing

Was die von der Zeit wiederum geschürte Freude über die „mehr als 15-köpfige Gruppe von Soziologen und Statistikern“ im Facebook Data Team gleich wieder zunichte macht. Schließlich wäre gerade Facebook ein Datenschatz nicht nur für Soziologen, sondern für sämtliche Wissenschaften von der Anthropologie, zur Linguistik über die Philosophie bis hin zur Kriminologie.

Über die Wissenschaft im Allgemeinen

Ich will natürlich kleinere Ambitionen nicht mit einem Wisch vom Tisch fegen, ebensowenig wie ich Computerwissenschaften diskreditieren möchte. Facebook ist und bleibt ein privates Unternehmen und es steht ihm frei seine Daten, zu denen wir ihm großzügig Zugang gewähren, so zu nutzen wie es Zuckerberg und Co. gefällt.

Ganz allgemein stellt sich mir jedoch in Bezug auf die Wissenschaften in den neuen Medien nicht nur die Frage, wie man mit derlei sozialen Versuchsfeldern, die jeder Wissenschaftlerin ob seiner Möglichkeiten die Freudentränen in die Augen treiben, umgeht, sondern wie es mit der wissenschaftlichen Forschung im 21. Jahrhundert überhaupt weiter gehen soll.

Recherchiert man nämlich zu den weiteren Themen und versucht man auf die zitierten Artikel zuzugreifen, stößt man immer noch auf die Firewall des nur nach Bezahlung verfügbaren wissenschaftlichen Journals. New Media & Society zum Beispiel, herausgegeben von Sage Publications. Im Jahresabo für zwar immer noch günstige £ 49 (Individual Subscription) erhältlich, mir stellt sich trotz allem die Frage, warum nicht auch in diesem Bereich endlich ein Dammbruch stattfindet und ein großzügiger, kostenloser Zugang zu wissenschaftlichen Artikeln erwogen wird. Und zwar unabhängig von den jeweiligen Möglichkeiten, die für Studenten und Doktoranden zur Verfügung stehen.

Vielleicht habe ich mich in den vergangenen Jahren zu wenig damit beschäftigt, aber es scheint in den Wissenschaften noch immer die alte „publish or perish“ Mentalität vorzuherrschen, scheint Power of Citation nach wie vor das Um und Auf für die Wertberechnung eines probaten Wissenschaftlers zu sein. Ich hoffe ich irre mich, wenn nicht, dann wäre wohl auch auf diesem Sektor eine Art „Scienceleaks“ wünschenswert.

Susanne, 12. Juni 2011

WOW Jetzt kannst du sehen wer sich dein Profil ansieht oder Curiosity killed the Cat

Wer sich wie ich in den neuen Medien bewegt und sich grundsätzlich für Sprache und Kommunikation interessiert, sich bisweilen auch beruflich damit beschäftigt, der kommt nicht umhin, sich damit eingehender zu befassen. Aus diesem Grund habe ich mir vorgenommen in unregelmäßigen Abständen auch darüber zu bloggen.

Aktueller Anlass ist der jüngst auf Facebook grassierende Bug, der mit dem Slogan „WOW, jetzt kannst du sehen wer sich dein Profil ansieht“ wirbt. Seit Tagen finden sich diverse Einladungen in den Benachrichtigungen, ist die eigene Timeline voll mit Opfern, die auf den Link geklickt und sich dadurch die Malaise eingehandelt haben, alle ihre Freunde damit vollzutexten.

Grundsätzlich ist sowas ein relativ harmloses Ärgernis, aber man fragt sich natürlich, wie es kommt, dass, auch wenn multiple Warnungen davor auf allen möglichen Kanälen kursieren, noch immer jemand draufklickt. Die Ursache ist eine recht banale. Die erfolgreichsten Viren, Bugs und sonstigen Ärgernisse, die man sich übers Web einhandelt, spielen auf die Grundtriebe des Menschen an. Zum Einen findet sich bei diesen Trieben natürlich alles was mit Sex zusammenhängt, gleich danach folgt der gemeine Narzissmus.

Der  „WOW…“-Bug ist aus eben diesem Grund so erfolgreich. Kaum jemand kann verhehlen, dass er oder sie sich nicht geschmeichelt fühlt, wenn dieser oder jene sich über ihre Person kundig macht. Ja, man will es genau wissen, möchte sich in der Erkenntnis sonnen, dass der Typ den man irgendwie cool findet am eigenen Profil vorbeigesurft ist.

Das perfide an der allerjüngsten Facebook-Irritation ist jedoch die Tatsache, dass es sich dabei zwar grundsätzlich um eine harmlose Spammerei handelt, peinlich wird es aber erst dadurch, dass der eigene Narzissmus – und ich gebe gerne zu, dass ich selber schon auf den einen oder anderen Hoax reingefallen bin – nachdem man den Link angeklickt hat, auch noch vor versammelter Gemeinde offen gelegt wird. Es werden alle Freunde benachrichtigt und jeder der die Nachricht erhält, kann sich ein Bild davon machen, dass das Opfer, seiner Eitelkeit aufgesessen ist.

Das endet in einer gewissen Beschämtheit und löst ganz nebenbei immensen Ärger aus. Diesebezüglich kann man froh sein, dass es den internationalen Facebook-Rachegott namens Chuck Norris gibt. Wie sonst erklärt sich die Tatsache, dass eine FB Gruppe namens „Nur Chuck Norris kann sehen wer auf deinem Profil war… „, innerhalb nur eines Tages auf mehr als 100.000 Mitglieder kommt. Schließlich wünscht sich verständlicherweise jeder, der auf den gemeinen Trick reingefallen ist, dass es für seine Urheber alsbaldig ein „major asskicking“ gibt.

Susanne, 27. April 2011