Die beste aller schlechten Parteien – Teil II

Nach längerer Zeit habe ich mich wieder mal aufgerafft über das ärgerliche Thema Politik zu bloggen und habe als Gastbloggerin von Neuwal eine kleine Entscheidungshilfe für die NR-Wahlen am 29. September verfasst.

Nicht dabei ≠ Super

Nachdem es den einen oder anderen Kommentar dazu gegeben hat, insbesondere weil manche nicht auf der Liste befindlichen Parteien offenbar auch gerne ein paar Zeilen über sich gelesen hätten, möchte ich meinen Blogeintrag hiermit ergänzen.

Generell darf ja jeder den absurden Schluss für sich ziehen, dass seine Lieblingspartei, so sie sich nicht auf meiner Liste befindet, ursuper ist. In meinem Fall jedoch heißt es bloß: Alle Parteien, die sich nicht auf der originalen Ungustl-Liste befinden, sind meiner Einschätzung nach nicht automatisch super. Im Gegenteil der Ausschluss aus der Liste ist bestenfalls so zu interpretieren, dass mir diese Parteien entweder völlig egal sind, ich kein weiteres Wort über sie verlieren wollte, oder ihnen einfach keine Chance auf einen Einzug in den Nationalrat zubillige.

Hier also der kleine Zusatz für alle, die eine noch umfassendere Entscheidungshilfe benötigen (wie gehabt die Unsympathischsten zuerst):

Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ)

BZÖ, FPK, Tralali, Tralala… eigentlich wollte ich über diese Partei(en) wirklich kein Wort mehr verlieren. Nunmehr aber ist mir eingefallen, dass es ja immer noch die Möglichkeit eines sogenannten Grundmandates gibt und wie wir alle wissen, ist Kärnten ein österreichischer Sonderfall. In dieser Hinsicht könnte das BZÖ sich über aktive Haider-Gedenkveranstaltungen eventuell doch noch mal in den Nationalrat stemmen. Wir werden es ja sehen. Grundsätzlich kenne ich mich bei den vielen Neugründungen, Zusammenschlüssen, Aus- und Einschlüssen dieser politischen Gruppierung nicht mehr aus, assoziiere aber die meisten Mitglieder mit irgendeiner Form der FPÖ oder ex-Haiderpartie. Politisch gesehen halte ich sie also generell für unwählbar.

Die Piraten

Was soll ich zu den Piraten sagen? Es gab 1 – 2 Twitterer die eher enttäuscht waren, dass ich sie nicht wahrgenommen habe, ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass die österreichischen Piraten immer noch ein völliges Randphänomen sind. Sich auf der Welle einiger Erfolge internationaler Kollegen auszuruhen reicht nicht. Und selbst wenn ich zugebe, dass ich mich aus politischen Diskussionen weitestgehend raushalte (insb. auf Twitter!), so muss ich einerseits sagen, dass ich monothematisch ausgerichtete Parteien für nicht wählbar halte, andererseits habe ich die Netzkompetenz der österreichischen Piraten bis dato nicht wahrgenommen.

Ein Blick auf die Homepage zeigt zwar die Abdeckung weiterer Themen (Bildung, etc.), stichhaltige Argumente aber, warum ich ausgerechnet die Piraten, statt z. B. die Grünen, wählen sollte, fehlen mir.

Die KPÖ

Ach die Kommunisten. Es gab und gibt in Graz einige leuchtende Beispiele, wie man gute Politik macht (Kaltenegger!), für mich ist diese Partei aber allein dadurch nicht wählbar, weil sie sich noch immer nicht dazu aufraffen kann, sich endlich einen Namen zu geben, der sich nicht auf ein weltweit gescheitertes Politikexperiment bezieht. Kommunisten. Tut mir leid, kann ich nicht wählen. Punkt.

Zum jetzigen Zeitpunkt fallen mir nun wirklich keine weiteren erwähnenswerten Parteien ein. Alle die sonst noch so herumkrebsen haben bestenfalls die Gemeinsamkeit, dass es sich um kuriose bzw. sehr seltsame Außenseiter handelt.

Ich werde übrigens am 22. September gemeinsam mit anderen Blogger- und Twitterkollegen das ATV Meine Wahl Special auf Twitter begleiten. Da versammeln sich alle Spitzenkandidaten. Es wird sicher lustig werden. Wer sich in den Thread reinhängen und mitkommentieren will, sollte spätestens ab 20:15 den offiziellen Hashtag #meinewahl verfolgen.

Susanne, 8. September 2013

2 Kommentare zu “Die beste aller schlechten Parteien – Teil II

  1. medienpirat sagt:

    Ich würde mal sagen Liquid wäre das Hauptargument für die http://www.piratenpartei.at

    Da kann sich, im Gegensatz zu den anderen Parteien, jedes Mitglied einbringen.

    P.S.: Warum man die Grünen nicht wählen kann?

    Die Zustimmung des undemokratischen ESM, damalige Aktion um die „Vorwähler“ & die Abwendung von der Basisdemokratie, fallen mir mal auf die schnelle ein.

    Und die Tatsache, dass Quoten vor Qualität geht. (Erinnere mich nur daran, dass Marco Schreuder zurück gesetzt wurde, bei einer Wahl vor einigen Jahren. Später rückte er zum Glück wieder vor)

    • thesandworm sagt:

      Hi Medienpirat, du hast natürlich recht, die Grünen haben in der Vergangenheit einige Dinge getan, die mich auch sehr verärgert haben. Für mich zählt aber in dem Fall die Tatsache, dass sie sich bis dato noch nie etwas in Sachen Korruption zu Schulden haben kommen lassen am stärksten.
      Was die Piraten betrifft, so kann auch Liquid Democracy lähmend sein, vor allem wenn man ewig über irgendwelche Randthemen abstimmen lässt. Aber ich gebe zu, ich habe mir das Format noch nie ernsthaft angesehen.

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