The Sound of Music – Reloaded

Präambeln und öffentliche Distanzierungen scheinen hierzulande wohl zu einer liebgewonnenen Tradition zu werden. Dank Vorarbeiten durch W. Schüssel & Co. kann man es heutzutage auch als Mitglied einer vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) gelisteten Burschenschaft zum dritten Nationalratspräsidenten bringen bzw. ist es endlich salonfähig als Vorbestrafte(r) im Nationalrat zu sitzen, egal ob man sich nun der Falschaussage, der Verhetzung oder sonstiger strafbarer Handlungen schuldig gemacht hat.

Trotz dieser maßgeblichen Erleichterungen für verfolgte Rechte, haben sich in den vergangenen Tagen mit der Kandidatur von Barbara Rosenkranz gänzlich neue Dimensionen der Intoleranz der Linken gezeigt, ja eine „Hetzkampagne“ (Zitat Kickl) gab es da gegen die „mutige Mutter“ (copyright H. Dichand), die sich zu derartigen Höhepunkten aufschaukelte, dass sich sogar die allseits beliebte und stets unabhängige Kronen Zeitung letztlich gezwungen sah, den absurden Forderungen der Gutmenschen nachzugeben und ihrer Lieblingskandidatin („sie wird eine gute Bundespräsidentin für Österreich sein„) nahezulegen, sich öffentlich zu distanzieren.

The Sound of Music – Reloaded

Diesbezüglich muss ich wohl der allgemeinen Oscar-Jubelstimmung (drei Österreicher waren nominiert, einer hat gewonnen) erlegen sein, denn die Tatsache, dass wir als ernstzunehmende Filmnation endlich wieder einen Platz unter den Top-Nationen erworben haben, einerseits, sowie andererseits das absurde Faktum, dass sich rechtsrechte Politiker, die mit Verunglimpfungen üblicherweise nicht sparen (kriminelle Aslyanten, usw. usf.) mittlerweile selbst als Verfolgte im eigenen Land stilisieren, hat mir eine kreative Erleuchtung beschert, welche im nachstehenden Entwurf eines Drehbuches mündete, von dem ich nicht nur überzeugt bin, dass es mit seiner Verfilmung alle bisherigen Kinorekorde sprengen, sondern auch seinen Vorgänger an Oscarauszeichnungen übertreffen wird (zur Erinnerung: 5 Oscars!). Vorausschicken will ich, dass ich sämtliche Rechte für Verfilmung/Vertonung, sonstige Aufführungen sowie Merchandising beanspruche, diesbezügliche Angebote bitte an die Redaktion von The Sandworm.

1. Akt

Im Zentrum des Dramas steht eine mutige Mutter, ihr fürsorglicher Gatte, sowie deren 10 Kinder, die allesamt friedlich in der nicht mehr ganz zu den Alpen gehörigen Weinberg-Idylle nördlich von Wien leben. Die Familie vertreibt sich ihre Freizeit bei Sonnwend- und diversen Gedenkfeiern, als Familienchor, der ein beeindruckendes Repertoire deutscher Heimatlieder beherrscht; überall sind sie gern gesehen. Bis die Stimmung im Lande kippt und linkslinke Sprachfaschisten beginnen jedes öffentlich geäußerte Wort auf die Waagschale zu legen. Als sich die mutige Mutter, um die Rettung der Republik bemüht, ins Rennen um das Bundespräsidentenamt wirft, beginnen die Dinge langsam zu eskalieren. Selbst das nationale Widerstandsblatt kann der Familie schließlich keinen Schutz mehr bieten und der geplagte Vater beschließt vor dem entfesselten Linksmob mitsamt seiner Frau und den singenden Kindern heim ins Reich zu fliehen.

2. Akt

In einer idyllisch angelegten Fluchtsequenz lassen sich Bilder montieren, die einerseits das Leid der geprüften deutschnationalen Familie zeigen, andererseits aber auch den Zusammenhalt der Familienmitglieder illustrieren. Immer wieder unterbrochen von Ohrwürmern, die entweder von der gesamten Familie oder aber von den einzelnen Protagonisten als hitverdächtige Soloperformances vorgetragen werden. Diesbezügliche Ideen hanteln sich vom groovigen Remix des Horst-Wessel-Liedes, über eine, die reine österreichische Natur (Möglichkeit für diverses Productplacement!) beschwörende Neuaufnahme von „Edelweiss“ bis hin zu poppigeren Versionen altgermanischer Ritualgesänge.

3. Akt

Nach einer halsbrecherischen Flucht, die durch die bildgewaltige Kulisse der Wachauer Weinberge führt, mündet die Odyssee (immer wieder unterbrochen durch geschickte Bildmontagen von zivilcouragierten ehemaligen Burschenschaftern, die als tugendhafte Österreicher z.B. als Weinbauern oder Gastwirte ihren Lebensunterhalt verdienen und ihr Leben riskierend der flüchtenden Familie Schutz und Unterkunft bieten) schließlich am nicht mehr existierenden Grenzbalken zu Deutschland, wo die gesamte Truppe schließlich ein herzzerreißendes Lied auf das Schengenabkommen anstimmt. Dramatischerweise, und damit lässt sich auch herrlich ein cliff-hanger für eine Fortsetzung (es gilt hier Geld zu verdienen) konstruieren, wird die geprüfte, integrationswillige und einigermaßen der Landessprache mächtige Familie jedoch von deutschen Grenzbeamten aufgehalten und nachdem sie bereits altheimatlichen Boden unter ihren Füßen wussten, zu aller Enttäuschung und unter Tränen wieder nach Österreich abgeschoben. Alles während ein Chor deutscher Bürger ein gnadenloses, herzzerreißendes Abschiebungslied singt.

Fazit:

Ich bin der Überzeugung, dass sich mit dieser Neudeutung und Re-Interpretation des Klassikers nicht nur Filmgeschichte schreiben (man halte sich die Auswirkungen des Vorgängers vor Augen – noch heute bringen 90% der Amerikaner Österreich mit „The Sound of Music“ in Verbindung), sondern auch eine lukrative Geldquelle eröffnen lässt, welche sich, wie bereits oben erwähnt, auf diverse Merchandising-Produkte erweitern ließe und (ich plädiere hier auf öffentliche Förderungen) letztlich nicht nur Einnahmen erschließen könnte, die das Potential besitzen unser marodes Staatsbudget zu sanieren, sondern die Möglichkeit bieten, zu den liebgewonnenen Mozartkugeln und Lippizanern neue, junge, attraktive Identifikationsbilder für unser Land zu generieren.

Susanne, 14. März 2010

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Ein Kommentar zu “The Sound of Music – Reloaded

  1. wo kann ich sagt:

    „Bis die Stimmung im Lande kippt und linkslinke Sprachfaschisten beginnen jedes öffentlich geäußerte Wort auf die Waagschale zu legen“ – exzellent! ;)

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