The Sandworm als Mobile Blogger – Das Fazit

The Sandworm - artwork zoerSeit vergangenem Freitag gehen das iPhone 3GS und ich sozusagen wieder getrennte Wege. Ich muss gestehen, der Abschied ist mir leichter gefallen, als ich gedacht hatte, bis heute haben sich keine nennenswerten Entzugserscheinungen eingestellt, ich denke also, dass es Zeit ist, eine Gesamtbilanz über den Testlauf zu ziehen.

Ich hatte bis dato noch nie ein sogenanntes Smartphone ausprobiert, das iPhone hat sich diesbezüglich von Tag 1 an wirklich als smart, als unkompliziert, ja, ich würde sagen „deppensicher“ erwiesen. Kaum an den Laptop angeschlossen – vermutlich auch erleichtert durch die Tatsache, dass der ebenfalls aus der Schmiede „Apple“ stammt – schon wurde das Handy synchronisiert, ich konnte selbst bestimmen, welche Inhalte von meinem MacBook aufs iPhone gehen sollten, Email wurde konfiguriert, nach ca. 20 Minuten (abhängig davon, was man alles aufs Handy lädt), war alles abgeschlossen, das iPhone startklar.

Im Laufe der Testphase, welche etwas mehr als 3 Wochen dauerte, kamen schließlich so einige Stärken und Schwächen ans Licht, welchen ich mich im Folgenden widmen möchte. Da ich nicht unbedingt eine Technikexpertin bin, wird es diesbezüglich bloß Informationen zum Handling, der Funktionsfähigkeit und Usability geben, Übertragungsgeschwindigkeiten, technisches Spezial-Know-How oder gar Vergleiche mit anderen Modellen kann ich keine liefern.

Fangen wir bei den Schwachpunkten an. Auffälligstes Merkmal, welches nicht nur mir, sondern vermutlich auch allen anderen Benutzern, am schnellsten auffiel, ist die relativ kurze Akkulaufzeit. Gerade wenn man das iPhone intensiv nutzt, sagen wir um sich die Zeit zu vertreiben, man also fotografiert, telefoniert, Musik hört, spielt und sonstige Zusatzfunktionen ausprobiert, stellt man erstaunt fest, dass der Akku gerade mal einen halben Tag durchhält. Angeblich ein Problem, das allen Smartphones gemein ist, ich kann diesbezüglich nur zum iPhone meine Erfahrungen berichten. Schwachpunkt Nummer 2: Die Touch-Tastatur. Egal für welche Art von Texteingabe man das iPhone verwendet (Email, SMS, Chat, Tweets, Facebook-Einträge uvm.), ich bin mit der Tastatur nie warm geworden. Selbst die Möglichkeit das Handy in die Horizontale zu kippen, was die Tastatur vergrößert, war für mich unpraktikabel, in manchen Fällen kann man die Horizontalversion auch gar nicht nutzen. Das Wörterbuch ist nutzlos, ja störend, wenn man in mehreren Sprachen zu schreiben gewohnt ist (man Twittert ja auch gern auf Englisch), dann mischen sich die Wörterbuchfunktionen, was diese Anwendung gänzlich untauglich macht – ich habe sie nach ein paar Tagen deaktiviert. Die Tipperei auf den virtuellen Tasten schlägt immer wieder fehl, wodurch man gezwungen ist zu löschen, wieder neu zu tippen,  etc. Ich habe deshalb die Texteingabe am iPhone, auch um meine Nerven zu schonen, auf sehr kurze Messages beschränkt, Emailantworten meist verschoben, bis ich wieder Zugang zu einem stationären Computer und funktionsfähiger Tastatur hatte. Dieses Problem ist natürlich ein subjektives, das ist mir klar, und ich bin auch der Meinung, dass die Touch-Tastatur des i-Phones nicht durch eine echte Tastatur erstetzt werden kann, weil dies dem Design, welches ich übrigens für grandios halte, schaden würde.

Was mich auch schon zu den Stärken bringt. Äußerlich betrachtet handelt es sich beim iPhone wirklich um ein wunderschönes Gerät. Den optischen Eindruck kann wohl kaum ein anderes Handy übertreffen. Funktionell überzeugt es, wie alle Apple Produkte, die ich kenne, durch eine simple, höchst intuitive Programmierung, welche die Anwendung zum Kinderspiel macht. Bereits nach wenigen Minuten findet man sich im Menü zurecht, man müsste schon ein Spezialtalent sein, um bei diesem Gerät etwas unabsichtlich zu verstellen oder gar zu löschen. Nach dem Setup funktionieren bereits alle Programme, man kann ohne groß einzustellen seine Emails empfangen, die Kontakte wurden vom Laptop übernommen und sofern man dort noch keine Telefonnummern eingetragen hatte, war das schnell erledigt und man konnte lostelefonieren. Die integrierte Kamera schafft erstaunlich gute Schnappschüsse, auch Videos lassen sich unkompliziert aufnehmen, trotz allem taugt sie aber nicht als Ersatz für eine ernsthafte Digitalkamera, dazu fehlen ihr zu viele Funktionen (ein Zoom, höhere Auflösung, Blitz etc.) außerdem neigt sie dazu Bilder zu verwackeln, man muss das Handy sehr ruhig halten, um keine verwischten Bilder zu erhalten. Musikhören kann man ebenfalls ganz gut, es steht genügend Speicher zur Verfügung, um eine relativ große Musiksammlung unterzubringen, einziger Wermutstropfen dabei wieder – der Akku. Was die Applikationen betrifft, so gibt es im AppStore eine schier endlose Auswahl, ich habe mich auf kostenlose Apps beschränkt, meine Erfahrungen dazu kann man in den vorangegangenen Einträgen nachlesen, insgesamt gesehen, bin ich aber nicht der Typ iPhone User, den derlei Spiele besonders lang unterhalten, da greife ich allemal zum  Taschenbuch, das benötigt auch keinen Akku. Als besonders tolle Anwendung hat sich der Kompass und die damit verbundene Landkartenfunktion herausgestellt. Lässt man es zu, dann peilt das iPhone fast metergenau seinen aktuellen Standort, ein Verirren ist damit kaum noch möglich, vermutlich die praktischste Funktion am ganzen Handy. Internetsurfen ist aufgrund des (wie auf jedem anderen Gerät auch) kleinen Displays nur in Ausnahmefällen anzuraten. Will man schnell was nachschauen oder einem Link folgen gut, aber surfen und lesen kam für mich nicht in Frage, ich möchte mein Augenlicht noch gerne länger nutzen. Am ehesten kommen da noch YouTube Videos in Fragen, die sich aufs ganze Display vergrößern, ich ziehe diesbezüglich aber trotzdem den Laptop vor.

Mein Fazit also? Überaus positiv! Selbst wenn ich nicht der Meinung bin, dass man ein iPhone zum Überleben braucht. Ich persönlich würde es als technisch hervorragendes, sehr beeindruckendes, stylisches, aber nicht besonders günstiges, Spielzeug sehen. Etwas das in bestimmter Hinsicht den Alltag erleichtert, was aber, nachdem ich es jetzt wieder zurückgegeben habe, diesen auch nicht so unerträglich kompliziert gestaltet, dass ich mir unbedingt eines kaufen muss. Mein altes Handy hat zwar lediglich eine Telefonfunktion, das reicht aber meines Erachtens nach vollkommen aus. Ich habe kein Problem meine Emails einen Tag lang nicht zu lesen, genauso wenig, wie ich nicht in absolute Verzweiflung verfalle, wenn ich mal ein paar Stunden Zeit totschlagen muss, im Gegenteil, in mancher Hinsicht hat diesbezüglich einfaches Sitzen und vor sich Hinstarren auch seinen Reiz…was nicht heißt, dass ich mir nicht doch noch einmal so ein Smartphone zulegen werde. Zu Weihnachten vielleicht. Wer weiß.

Susanne, 11. August 2009

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