Skizzen aus Wien – Nr. 11

Raucherwarnung

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen die Leser von The Sandworm mit einem bombastischen, hyper-optimistischen Neujahrsgruß zu motivieren. Alles würde heuer gut werden, man solle sich keine Sorgen machen usw. usf. Auf der Suche nach ausreichendem Zitatematerial sprang mir dann am Freitag die bunte Tageszeitung Österreich ins Auge. Durch die verdreckte Plastiktasche des Zeitungsspenders leuchtete mir die Schlagzeile „Mars rettet Sie vor der Krise“ entgegen. Gab es etwas wovon ich nichts wusste? Ein Blick auf das neben dem Titel platzierte Foto von „Starastrologin“ Gerda Rogers ließ mich enttäuscht zurückweichen – ich hatte mir die Gratisspenden der Firma Mars Inc. schon bildhaft vorgestellt, obwohl es, wenn es nach mir gegangen wäre, durchaus auch Milky Way oder Bounty hätten sein können. Auch der Rest meiner Suche nach positiven Ankerpunkten für 2009 verlief einigermaßen enttäuschend. Noch immer gibt es kein Konzert im neuen Jahr, das mich rundum glücklich machen würde, Bob Dylan kommt zwar wieder nach Europa, scheint aber einen neuerlichen Wien Besuch nicht in Erwägung zu ziehen. Zu allem Überdruss ist auch der Vorsatz im neuen Jahr wenigstens etwas gesünder zu leben absolut unrealisierbar, haben doch Wissenschaftler in jüngster Zeit herausgefunden, dass nicht nur das Rauchen selbst sowie das so genannte Passiv-Rauchen lebensgefährlich sind, nein, es gibt jetzt bereits Studien, die beweisen, dass auch Rauch aus 3. Hand einen das Leben kosten kann! Wie das gehen soll? Es handelt sich dabei nicht, wie man logischerweise vermuten würde, um zuvor inhalierten, wieder ausgeatmeten Passiv-Rauch, der dann von einer weiteren Person inhaliert wird, sondern um jenen Geruch, den man von kleineren Rauch-Exkursionen auf den Balkon (ins Stiegenhaus, in den Keller…) zurückbringt und der sich wahlweise in Haaren und Gewand festsetzt. Die darin befindlichen Substanzen sind, laut dem in der New York Times mittlerweile auf Platz 1 der am meisten gemailten Einträge befindlichen Artikel, natürlich absolut und gnadenlos tödlich. Wie soll man sich da noch motivieren? Man stelle sich bloß vor, ein geschundener Raucher hat es zum Wohl seiner Familie endlich geschafft, nicht mehr in der Wohnung zu rauchen und stellt sich brav vor die eigene Haustüre, da erfährt er das alles umsonst ist, weil er seinen Kindern, die er mit seinem, in Polonium-210 getränkten Bart liebkost, trotz allem einen frühen Tod beschert! Keine guten Aussichten für 2009. Mir stellt sich bloß die Frage, ob man diesen absolut lebensgefährlichen Einfluss von Zigarettenrauch 3. Grades eventuell, wenn auch nur geringfügig, lindern könnte, wenn man, sagen wir, ein globales Fahrverbot für Autos einführen würde…

Zum New York Times Artikel

 

Susanne, 4. Jänner 2009

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