Skizzen aus Wien – Nr. 1

 

Nach mehreren Wochen virtueller Abwesenheit melde ich mich zurück auf The Sandworm. Wie der neue Titel erkennen lässt, befinde ich mich nunmehr wieder in Wien und versuche mich langsam in dieser seltsamen Stadt einzugewöhnen. Diese Eingewöhnung hatte bisher durchaus die Qualität eines Kulturschocks, in meinem Fall kann man sie auch dem Durchschreiten der fünf Kübler-Ross´schen Trauerphasen gleichsetzen – Nichtwahrhabenwollen/Verleugnung, Zorn, Verhandeln, Depression – und schließlich Akzeptanz. Phase 1 kam gleich mit dem Wiedereinstieg in den alten Job. Die dortigen Zustände führten zu allerlei Fragen im Sinne von „Das kann nicht alles wirklich passieren. Das muss ich mir einbilden?!“ Sie ging kurz darauf in eine längere Phase unbändigen Zornes über und mündete nur durch Zufall nicht in einem Gewaltausbruch, sondern sinnvollerweise in der Kündigung. Es folgte das Verhandeln – nicht mit dem Arbeitgeber – sondern mit dem Arbeitsamt. Die dort versprochenen Zahlungen führten mich in Phase 4 – eine mittelgradige Depression. Letztlich konnte ich eine pathologische Trauerreaktion doch noch abwenden und schaffte den Übergang in Phase 5: die Akzeptanz, dass der Aufenthalt im Schlaraffenland vorbei ist und ich vorläufig mein Dasein in Wien fristen muss.

Da ich aber meine Zeit nicht sinnlos vertrödeln möchte, obwohl ich derzeit sehr dazu geneigt wäre, habe ich beschlossen hierorts wieder die eine oder andere Geschichte zum Besten zu geben – in mehr oder weniger unregelmäßigen Abständen – es gibt auch in Wien genug Inspiration dafür. 

 

Susanne, 16. August 08

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